Manning-Schnappschildkröte, Myuchelys purvisi, – © Bruce C. Chessman

Chessman - 2023 - 01

Chessman, B. C., D. P. Fielder, P. H. Spark & A. C. Steed (2023): Distribution, habitat and population structure of the threatened Manning River helmeted turtle, Myuchelys purvisi. – Austral Ecology 48(1): 1559-1570.

Verbreitung, Habitate und Populationsstruktur der gefährdeten Manning-Schnappschildkröte, Myuchelys purvisi.

DOI: 10.1111/aec.13366 ➚

Manning-Schnappschildkröte, Myuchelys purvisi, – © Bruce C. Chessman
Manning-Schnappschildkröte,
Myuchelys purvisi,
© Bruce C. Chessman

Viele Süßwasserschildkrötenarten sind von Ausrottung bedroht, aber die Einführung effektiver Erhaltungsmaßnahmen, werden oft aufgrund der Ignoranz in Bezug auf deren Biologie und Ökologie behindert. Wir analysierten die verfügbaren Erfassungsdaten für eine als gefährdet gelistete aber kaum bekannte Art, die Manning-Schnappschildkröte (Myuchelys purvisi: Chelidae) um deren geographische Verbreitung zu erfassen und um ihre Abhängigkeit von den wesentlichen Umweltfaktoren abzuklären. Wir fanden, dass M. purvisi sehr häufig und weitverbreitet im Manning-Flusssystem vorkommt und eine ausbalancierte Populationsstruktur aufweist, mit einer Mixtur aus allen Größenklassen und einem substanziellen Anteil an Jungschildkröten. Das Vorkommen der Schildkröten zeigte eine signifikante positive Beziehung mit großer Flussgröße, die möglicherweise größere Habitate bietet und eine erniedrigte Gefährdung durch Austrocknung während der Trockenzeit bietet. Die mittlere Carapaxlänge erwies sich als signifikant geringer für die Flusssegmente, die eine höhere jährliche Durchschnittslufttemperatur aufwiesen, was darauf hindeutet, dass hier der Zuwachs an Jungtieren in die Population am größten ist. Allerdings sowohl das Vorkommen wie auch die durchschnittliche Carapaxlänge zeigten keine Beziehung zu den Anteilen von unter Schutz gestellten Landflächen, die unmittelbar an den Fluss grenzen was vermuten lässt, dass das Vorkommen dieser Spezies nicht direkt vom Vorhandensein unterschutzgestellter Regionen abhängt, was wiederum andeutet, dass die Gefährdungen denen sie zudem ausgesetzt sein könnten noch andere aktive Managementmaßnahmen erfordern würden. Wir liefern hier einige Empfehlungen für weiterführende Untersuchungen zur Ökologie dieser Art und deren Gefährdung einschließlich der möglichen Ursachen.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Hierbei handelt es sich eigentlich um die Vorstellung eines durchaus positiven Befundes, denn M. puvisi scheint in ihrem namensgebenden Flusslauf noch häufig zu sein. Allerdings verweist auch diese Studie, ohne es so auszudrücken auf Kontextabhängigkeit, denn wie sich zeigt hängt die Vorkommenshäufigkeit von der Flussgröße ab, ebenso wie die Menge an Schildkröten jüngeren Alters wohl von einer höheren Lufttemperatur über und um den Fluss abzuhängen scheint.

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