Sevillano - 2019 - 01

Sevillano, G., W. Tapia, A. Loyola, A. Reyna-Bello & F. Proaño-Pérez (2019): Molecular characterization of Eimeria sp. from Galápagos giant tortoises (Chelonoidis spp.). – Parasitology Research 118(12): 3443-3447 .

Die molekulare Charakterisierung von Eimeria sp. aus Galápagos-Riesenschildkröten (Chelonoidis spp.).

DOI: 10.1007/s00436-019-06507-3 ➚

Galapagos-Riesenschildkröte, Chelonoidis nigra, – © Hans-Jürgen Bidmon
Galápagos-Riesenschildkröte,
Chelonoidis nigra, wird mit einem Apfel
aus der Unterkunft gelockt
© Hans-Jürgen Bidmon

Galápagos-Riesenschildkröten sind essentielle Bestandteile ihres Ökosystems und die Erfassung ihrer Parasiten in den einzelnen Populationen ist ein wesentlicher Bestandteil für deren Management und Erhaltung. Kokzidiose ist die häufigste Darminfektion bei freilebenden und in Gefangenschaft gehaltenen Reptilien. Das Ziel dieser Studie war es eine molekulare Charakterisierung der vorkommenden Eimeria-Arten bei den in Gefangenschaft gehaltenen Riesenschildkröten von den Inseln Santa Cruz, Santiago, Espanola, und Pinzon durchzuführen die im Schildkrötenerhaltungszentrum auf der Insel Santa Cruz, Galápagos, geschlüpft und aufgezogen werden, wozu wir die 18S rRNS Genuntereinheit sequenzierten. Alle Proben waren zuvor im Hinblick auf Parasiten im Kot nach dem Flotationsverfahren und anhand einer PCR zur molekularen Identifizierung von Parasiten untersucht worden. Die Ergebnisse die mittels der Mikroskopie erarbeitet wurden zeigten, dass Vorhandensein von Oocysten in allen Proben. Die nachfolgende PCR und Sequenzierung zeigte, dass Vorhandensein von Eimeria sp. und zwar mit 98 %iger Übereinstimmung mit Eimeria die auch in Proben aus der Umwelt (Bodenproben) vorhanden waren. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass wir eine Gruppe von Kokzidien aus der Gattung Eimeria sp. (MK909931) bei den Galápagos-Riesenschildkröten nachweisen konnten.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Hier zeigt sich eigentlich mal wieder, dass auch nicht jede Infektion mit Kokzidien gleich eine Krankheit auslösen muss, denn diese Schildkröten waren als gesund eingestuft. Hierzulande hört man da ja oft die widersprüchlichsten Angaben meist mit dem Rat unverzüglich zu behandeln. Sicher mag es solche Fälle geben, insbesondere, wenn andere Bedingungen zu einer Immunschwäche bei den Wirtsschildkröten geführt haben, aber wir sollten auch akzeptieren, dass solche Oocysten auch von bodenbewohnenden Arten stammen können die nur zufällig mit der Nahrung oder beim Trinken aufgenommen wurden. Hier ist wie bei Säugetieren auch lediglich eine spezielle Untersuchung und Behandlung notwendig, wenn sie mit schweren Durchfällen einhergehen.

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