Mones - 2021 - 01

Mones, A. B., M. A. Gorges, S. M. Santangelo, G. A. Lewbart, T. M. Harrison & M. P. Gerard (2021): Feasibility of a blind perineural injection technique for brachial plexus blockade in eastern box turtles (Terrapene carolina carolina): a cadaver study. – Veterinary Anaesthesia and Analgesia 48(5): 789-797.

Evaluierung der Nutzbarkeit einer blind durchzuführenden perineuronalen Injektionstechnik für eine Plexus brachialis-Blockade bei östlichen Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina): Eine Kadaverstudie.

DOI: 10.1016/j.vaa.2021.04.007 ➚

Carolina-Dosenschildkröte, Terrapene carolina, – © Hans-Jürgen Bidmon
Carolina-Dosenschildkröte,
Terrapene carolina,
© Hans-Jürgen Bidmon

Ziel
Ziel war es die Anatomie des Plexus brachialis für östliche Dosenschildkröten (Terrapene carolina carolina) zu beschreiben um damit eine Methode zur Lokalanästhesie für den Plexus brachalis zu entwickeln sowie die Verteilung von drei unterschiedlichen Volumina an injizierten Methylenblau bei den so behandelten Kadavern darzustellen.
Study design
Prospektive, randomisierte, Verblendete Kadaverstudie.
Tiere
Insgesamt wurden 24 eingefrorene Dosenschildkrötenkadaver aufgetaut. Zwei der Schildkröten die Schulterverletzungen aufwiesen wurden ausgeschlossen. Die verbleibenden 22 Schildkröten wurden gewogen, Durchschnittsgewicht 397g (190-581g) und verwendet.
Methoden
Sieben Schildkröten wurden präpariert um an ihnen die regionale Anatomie zu studieren und um anatomische Markierungspunkte festzulegen anhand derer die perineuronale Injektionstechnik platziert werden kann. Diese Technik wurde dann getestet indem die anderen 15 Kadaver nach dem Zufallsprinzip in drei Gruppen aufgeteilt wurden die anschließend beidseitig mit drei unterschiedlichen Volumina (0,1; 0,2 oder 0,3 ml) einer 1%igen wässerigen Methylenblaulösung injiziert wurden. Nach 15 min wurden die Schildkrötenkadaver von Personen untersucht denen die 3 Gruppen unbekannt waren wobei sie die Färbung der vier zervikalen Spinalnerven (C5-C8, mindestens 25 % Färbung pro Nerv) zu beurteilen hatten um damit eine Färbungsrangliste für den Plexus brachialis zu erstellen die von 0-100 % reichte.
Ergebnisse
Basierend auf der anatomischen Beschreibung des Plexus brachialis wurde diese Injektionstechnik entwickelt. Bei der Verwendung von 0,1 ml Methylenblau waren bei 9 von 10 Injektionen 100% der Nerven gefärbt und eine von 10 Injektionen lieferte eine 50 %ige Anfärbung (2 Nerven). Alle Injektionen mit 0,2 oder 0,3 ml Methylenblau färbten 100 % der Nerven.
Schlussfolgerung und klinische Relevanz
Perineurale Injektionenin den Plexus brachialis mit 0,1, 0,2 oder 0,3 ml Methylenblau waren bei 29 von 30 Injektionen bei den Dosenschildkrötenkadavern mit einem Gewicht zwischen 190-581 g erfolgreich durchzuführen. Zusätzliche Studien sind noch nötig um das minimale Injektionsvolumen zu bestimmen mit welchem eine erfolgreiche Injektion mit der Methode erreicht werden kann. Ebenso, muss noch die Anwendung und die Erfolgsquote bei lebenden Schildkröten evaluiert werden.

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